Herford

Stimmen zum Jugendforum in Herford:

„Wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, sollten Jugendliche auch dabei sein. Ich wünsche mir mehr Chancengleichheit nach dem Schulabschluss und dass es nicht mehr so ein starkes Gefälle zwischen den verschiedenen Schulformen gibt.“
Niklas, 14

„Viele Dinge betreffen uns in absehbarer Zeit. Deshalb ist es wichtig, sich als Jugendlicher bei Entscheidungsprozessen einbringen zu können. An Schulen würde ich mir zum Beispiel wünschen, dass der Inhalt der Lehrpläne nicht so stark von oben vorgegeben wird, sondern dass Schüler auch mitentscheiden können, welche Themenschwerpunkte im Schuljahr gesetzt werden.“
Julia, 20

„Ich finde es wichtig, dass Jugendliche sich engagieren, damit sich etwas tut. Politik für uns muss  auch auf unserer Ebene passieren. Wenn Jugendliche aktiv werden müssen, damit Politikerinnen und Politiker reagieren, und dann erst etwas zurückkommt, dann ist das einfach zu langatmig. Durch die Ausübung eines Ehrenamts hat man als Jugendlicher zumindest lokal die Möglichkeit, sich aktiv an Entscheidungen zu beteiligen. Ich denke, die Jugend sollte sich nicht auf bereits getroffenen Entscheidungen ausruhen, sondern auch öfter selbst aktiv werden, wenn es sie etwas angeht.“
Lukas, 20

Ist Ehrenamt noch cool? Herford fragt nach.

Beim Jugendforum des Kreisjugendrings (KJR) Herford drehte sich alles um das Thema Ehrenamt. Zwölf Jugendliche waren gekommen, um zu diskutieren, wie es mit dem freiwilligen Engagement in ihrer Stadt weiter gehen kann.

Ein Politiker zum Anfassen

Der Landrat des Kreises Herford Christian Manz eröffnete das Forum mit einem Grußwort, in das er auch seine persönlichen Erfahrungen als Ehrenämtler einfließen ließ. Auch zu den Kennenlern-Spielen, zu denen Moderatorin Karin Wehmeyer die Gruppe fröhlich aufforderte, ließ sich der Landrat überreden. So diskutierte er mit den Jugendlichen, wer am Morgen als erster hatte aufstehen müssen und feilschte um Haaresbreiten, als es darum ging, sich der Größe nach aufzustellen. Anschließend ging es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die erste Diskussionsphase.

Ehrenamt braucht Zeit und Anerkennung

Die Gruppe verteilte sich an vier Tische und sollte sich dort jeweils zu verschiedenen Überthemen austauschen. Doch sowohl in der Frage, was das Ehrenamt zum Funktionieren benötige, als auch bei der Diskussion, wie es gelingen könne, neue Aktive zu gewinnen, führte das Ergebnis in die gleiche Richtung: Schülerinnen und Schüler haben heutzutage viel zu wenig Zeit, um sich freiwillig für Projekte einzusetzen und wenn sie es tun, wird das nicht richtig anerkannt. Die Jugendlichen kamen aus ganz unterschiedlichen Organisationen, doch ob Pfadfinder, Jugendchor oder offener Treff – alle kämpfen mit den gleichen Problemen. Sobald es um feste Regeln oder Verpflichtungen geht, bleiben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus. Bei kurzen Sonderaktionen können zum Teil hunderte Jugendliche motiviert werden, doch die allerwenigsten bleiben dem Ehrenamt erhalten. Auch Yvonne Woker vom KJR kennt das Problem: „ Es werden immer weniger Ehrenämtler und man muss sehen, wie man seine Projekte gestemmt bekommt. Deshalb finde ich das Forum heute auch so wichtig.“

Herr Lehrer, bitte zur Prüfung!

Nach einer Pizza-Pause und live Musik der Jugendband Who Cares ging es in die zweite Workshop-Phase. Hier konnten die Jugendlichen alle anderen Themen besprechen, die Ihnen neben dem Ehrenamt wichtig waren. Drogenprävention, Umweltschutz oder Inklusion – einmal losgelassen kam ein bunter Haufen an Themen und Forderungen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen. Viel drehte sich dabei um das Thema Schule. „Ich finde, Lehrerinnen und Lehrer sollten auch mal spontan getestet werden, damit man sieht, ob sie guten Unterricht machen.“, findet zum Beispiel die 16jährige Louisa.

Am Ende des Tages waren alle geschafft, aber die Stimmung war positiv. „Wir haben heute wirklich ein paar wichtige Dinge besprochen und ich habe mich sehr gefreut, dass ihr alle da wart“, verabschiedete Hans-Ulrich Strothmann, 1. Vorsitzender des KJR, die Jugendlichen.

Bilder:

Aus Herford berichteten:

Judith Merkelt und Vanessa Weber

TERMIN JUGENDFORUM

23. November 2013

ORT

Elisabeth-Von-Der-Pfalz-Berufskolleg
Löhrstr. 2
32052 Herford
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Veranstalter

KJR Herford e.V.
Siekweg 3
32602 Vlotho
Tel.: 05733-871154
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