Ausbildung und Arbeit

Prekäre Lebenslagen verhindern - Ausbildung und Arbeit für alle jungen Menschen

Junge Menschen brauchen Sicherheit und die Perspektive auf ein selbständiges Leben. Dazu gehört insbesondere die finanzielle Sicherheit und Selbständigkeit über eine Berufsausbildung und Arbeit. Viele junge Menschen haben Angst, keinen Job zu finden - und diese Sorge ist nicht unbegründet, denn die Arbeitslosenquote ist bei Jugendlichen fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt.

Junge Menschen arbeiten zudem häufig in prekären Beschäftigungen - befristet, schlecht bezahlt, in Minijobs oder bei Leiharbeitsfirmen. Besonders betroffene Gruppen sind junge Frauen und junge Menschen mit Migrationshintergrund.
Derzeit findet nur jede zweite Ausbildung im Rahmen des dualen Ausbildungssystems statt und wird auch vergütet. Die andere Hälfte der Ausbildungen wird an Berufskollegs oder bei Trägern absolviert - ohne Bezahlung.
Angesichts der derzeitigen Wirtschaftslage muss mit einem erheblichen Rückgang des Ausbildungsangebots gerechnet werden. Auch die Übernahmechancen junger Menschen in diesem Jahr sinken rapide, so dass viele junge Menschen nach ihrer Ausbildung gleich arbeitslos sind. Der Wert einer Berufsausbildung verfällt jedoch schnell, wenn sich keine Berufserfahrung anschließt. Es besteht also dringender Handlungsbedarf!

Der Landesjugendring NRW fordert:

  • Die Politik muss Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen, damit ausreichend Ausbildungsplätze für jeden jungen Menschen geschaffen werden. Dies kann nur durch ein gerechtes System erreicht werden, in dem sich jeder Betrieb an Ausbildung oder der Finanzierung von Ausbildung beteiligen muss.
  • Jedem jungen Menschen muss nach erfolgtem Schulabschluss ein Angebot für eine qualifizierte Berufsausbildung gemacht werden.
  • Der Zugang zu guter und gerecht bezahlter Arbeit muss für jeden Menschen möglich sein. Prekäre Beschäftigung muss abgeschafft werden.
  • Für gleiche Arbeit muss auch gleicher Lohn bezahlt werden, dies gilt sowohl für Frauen und Männer als auch für Leiharbeitskräfte und regulär Beschäftigte.
  • Das Hilfesystem im Übergang von der Schule in den Beruf muss überprüft werden. Warteschleifen ohne Übergangsperspektive gehören eingestellt, wirksame, betriebsnahe Unterstützung für schwächere Jugendliche, wie z.B. der „Dritte Weg in NRW“ und der Tarifvertrag für Ausbildung in der Metallbranche NRW sollen ausgebaut werden.
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