Integration

Integration – Potentiale junger Menschen anerkennen und wertschätzen

Kinder und Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte stellen einen großen Teil unserer Gesellschaft dar, für ein Viertel aller Einwohner unter 26 Jahren ist Migration Teil der eigenen oder familiären Identität. Viele dieser jungen Menschen sind hier geboren und aufgewachsen, sie haben hier ihre Bildungs- und Berufslaufbahn absolviert und sind selbst verständlicher Teil unserer Gesellschaft.
Bisher wird über Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien jedoch häufig unter dem Stichwort „Problemgruppe“ diskutiert. Damit werden aber weder die vielfältigen Potentiale und Kompetenzen, die sie mitbringen, gewürdigt, noch wird die Vielfältigkeit ihrer sozialen, familiären und kulturellen Lebenswelten berücksichtigt. Durch die Zuweisung eines Objektstatus gerät zudem ihr selbstverständliches Recht, sich selbst für ihre eigenen Interessen stark zu machen und selbst über ihre eigene Zukunft mitzureden und mit zu entscheiden, aus dem Blick. Junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte brauchen die gleichen Chancen und Freiräume wie alle Kinder, integrationshemmende Regelungen müssen abgebaut werden.

Der Landesjugendring NRW fordert:

  • Junge Menschen aus Zuwandererfamilien müssen die Möglichkeit haben, sich in eigenen Jugendverbänden zu organisieren. Migrantenjugendorganisationen haben ein eigenes Profil und darüber eher die Chance, Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte anzusprechen und für gesellschaftliche und jugendpolitische Mitwirkung zu gewinnen. Diese Selbstorganisationen müssen von Kommunen und Land mit zusätzlichen Ressourcen gefördert werden, damit sie dauerhafte Strukturen aufbauen können.
  • Für Jugendverbände und Jugendringe müssen zusätzliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um ihr Engagement zur Ansprache und Integration junger Menschen aus Zuwandererfamilien weiter auszubauen.   
  • Kinderrechte und Kinderschutz dürfen nicht vom Aufenthaltsstatus eines Kindes oder Jugendlichen abhängen! Die Vorbehaltserklärung, mit der die Bundesregierung die UN-Kinderrechtskonvention ratifiziert und den Vorrang des Ausländer- und Asylrechts gegenüber den Kinderrechten festgeschrieben hat, muss gestrichen werden.
  • Für langjährig hier lebende geduldete Flüchtlingskinder muss es eine großzügige Bleiberechtsregelung geben. Kinder und Jugendliche, die in Deutschland ihre Heimat gefunden haben, müssen die Chance bekommen, sich eine berufliche und persönliche Zukunftsperspektive aufzubauen.
Banner Kampagne jungesnrw