Kinderarmut

Kinderarmut verhindern heißt mehr als ein warmes Mittagessen

Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich in unserer Gesellschaft, durch die Wirtschaftskrise noch verstärkt, immer mehr. Fast jedes vierte Kind in NRW lebt in einem einkommensarmen Haushalt. Ein besonders hohes Risiko, von materieller Armut betroffen zu sein, tragen Alleinerziehende und ihre Kinder sowie Personen in kinderreichen Familien.

Das Armutsrisiko der Kinder hängt wesentlich mit der Erwerbsbeteiligung der Eltern zusammen. Aber auch eine Vollzeit-Erwerbstätigkeit eines Elternteils schützt nicht mehr vor Armut. Bei mehr als jedem sechsten Vollzeit-Alleinverdiener mit einem oder mehreren Kind/ern reicht das Einkommen nicht aus, um dem Armutsrisiko zu entgehen. Jugendliche und junge Erwachsene unterliegen einem besonders hohen Risiko von Erwerbslosigkeit betroffen zu sein. Bei den 15- bis unter 25-Jährigen liegt die Erwerbslosenquote bei 15,3 Prozent.

Arm zu sein bedeutet für Kinder aber mehr als nur wenig Geld zu haben. Es bedeutet bspw., in beengten Wohnverhältnissen zu leben und nur wenige Möglichkeiten zu haben, an sozialen und kulturellen Angeboten teilzuhaben. Materielle Armut bei Kindern geht zudem häufig einher mit psychosozialen Belastungen und wirkt sich negativ auf die Gesundheits- und Bildungsbiographie aus. Die zentrale Armutsdimensionen Bildung, Einkommen und Gesundheit verstärken sich gegenseitig und werden zudem oft vererbt. Hier müssen vielfältige Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

Der Landesjugendring NRW fordert:

  • Es muss eine Grundsicherung für alle Bürgerinnen und Bürger eingeführt werden. Für Kinder muss es zusätzlich eine von den Eltern unabhängige, bedarfsgerechte Grundsicherung geben.
  • Es müssen flexible Arbeitszeitmodelle geschaffen werden, die die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Familienarbeit verbessern.
  • Es muss ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn eingeführt werden.
  • Kinderbetreuungsplätze müssen kostenlos für alle Kinder angeboten werden.
  • Die Qualität der frühkindlichen Bildung muss gestärkt werden.Lernmittelfreiheit muss für alle Kinder und Jugendlichen gewährt werden.
  • Für alle Kinder und Jugendlichen muss die Möglichkeit geschaffen werden, an Ferienfreizeiten teilzunehmen.
  • Die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit muss ausgebaut werden, um allen Kindern ein angemessenes Bildungs- und Freizeitangebot machen zu können und soziale Ausgrenzung und Isolation zu verhindern.
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