Schulische Bildung

Schulische Bildung – Integration aller Kinder und Jugendlichen muss oberstes Leitziel sein

„Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung, Erziehung und individuelle Förderung“, so wird die Aufgabe der Schule im Schulgesetz Nordrhein-Westfalen beschrieben.

Allerdings wird das derzeitige Schulsystem seiner Aufgabe, für Chancengerechtigkeit zu sorgen und soziale Benachteiligungen auszugleichen, nicht gerecht. Das Gegenteil ist der Fall: Es findet eine deutliche soziale Selektion im Bildungssystem statt, die sich in den letzten Jahren sogar noch verschärft hat.
Schule - dies formulieren alle wissenschaftlichen Studien derzeit sehr deutlich - kann einem umfassenden Bildungsauftrag allein nicht gerecht werden. Gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen setzt Vielfalt voraus - an Bildungsangeboten, Bildungsorten und Personen.

Der Landesjugendring NRW fordert:

  • Ein integriertes Schulsystem und gemeinsames Lernen aller Kinder und Jugendlichen bis zur 10. Klasse.
  • Ein qualitativ gut ausgebautes flächendeckendes Ganztagsschulsystem, wobei die gewählte Organisationsform (offen, teil-gebunden oder gebunden) sich an den konkreten Bedarfslagen der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien orientieren muss.
  • Schulen müssen angemessene Formen individueller Förderung entwickeln, damit jeder Schüler und jede Schülerin einen Abschluss erhält, der sie für eine Berufsausbildung qualifiziert.
  • In der ganztägigen Schule muss Raum für non-formale Bildungsprozesse und informelle Lerngelegenheiten sein. Es gilt ein - an den Interessen und Bedürfnissen der Kindern und Jugendlichen ausgerichtetes - Konzept für die Ganztagsarbeit zu erarbeiten, das Unterricht und außerunterrichtliche Elementen eng verzahnt. Dazu muss die Kooperation von Schulen mit Trägern der Jugendhilfe auf der Basis wechselseitiger Anerkennung, Eigenständigkeit und Gleichwertigkeit ausgebaut werden.
  • Neben der Schule muss ausreichend Zeit für Kinder und Jugendliche verbleiben für selbst gestaltete Freizeit, ebenso wie für die Nutzung der Freizeit- und Bildungsangebote der Jugendverbände.
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